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Glossar

Aerosole

Aerosolepartikel sind winzige Schwebstoffe der Luft, welche aufgrund ihrer geringen Größe über unsere Atmenwege direkt in unser Lungensystem und teilweise auch in den Blutkreislauf gelangen können. Beispielsweise sind die durch die Verwirbelung des Meerwassers in den Brandungszonen unserer Küsten entstehenden Aerosole in der Meeresluft enthalten und wirken als Inhalation mit natürlichem Heilmittel bei chronischen Erkrankungen der Atemwege gesundheitsfördernd. In den Kureinrichtungen der Küstenheilbäder und der Sole-Heilbäder im Binnenland werden zusätzlich auch Apparateinhalationen mit natürlicher Sole verabreicht. Allergiker finden auch in den reizarmen Heilklimatischen Kurorten der höheren Bergregionen Entlastung.

AHB

Die Abkürzung AHB steht für die Anschlussheilbehandlung im direkten Anschluss an eine Akutbehandlung im Krankenhaus und stellt eine Form der frühen medizinischen Rehabilitation dar. Die Behandlung wird in auf AHB-Verfahren spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt, welche sich überwiegend in Heilbädern und Kurorten befinden.

Akklimatisation

Akklimatisation bezeichnet die Fähigkeit der Anpassung bzw. Gewöhnung an wechselnde Umwelteinflüsse, wie Temperatur oder Klima. Diese Anpassung kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Die Akklimatisation umfasst auch die Einpassung in ein Milieu. Die benötigte Zeit der Anpassung variiert und ist bei jedem individuell. Die Kurmedizin nutzt die individuelle Akklimatisation im Rahmen der Reiz-Reaktionstherapie.

Ambulante Kur

Die ambulante Kur (veraltet: offene Badekur) bezeichnet eine ambulante Maßnahme am Kurort. Die offizielle Bezeichnung lautet: ambulante Vorsorgeleistung in anerkannten Kurorten, wobei der Patient selbst den Kurort, die Unterkunft und die Verpflegung wählen muss. Über die Wahl des Kurarztes kann er vor Ort entscheiden. Jedoch muss der Patient eine Verordnung (Kurarztschein) vom Hausarzt vorweisen können. In der Regel dauert diese Kurform 21 Tage, kann aber auf ärztlichen Antrag je nach Indikation verlängert werden. Gegenüber einer stationären Rehabilitationsmaßnahme ist die finanzielle Selbstbeteiligung bei einer ambulanten Kur höher angesetzt und der Beitrag für Anwendungen und ärztliche Leistungen durch die Sozialversicherung geringer.

Badearzt

Die neuere Bezeichnung für Badearzt lautet Kurarzt. Generell handelt es sich um eine Zusatzbezeichnung eines bereits approbierten Arztes. Voraussetzung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung "physikalische Therapie und Balneologie" ist das Absolvieren eines berufsbegleitenden 240-Stunden-Kurses sowie das Praktizieren als niedergelassenen Arzt in einem Kurort / Heilbad. Diese Bedingung zielt auf die Gewinnung von Wissen über die speziellen ortsgebundenen Heilmittel der Orte ab. Die Zusatzbezeichnung und die Niederlasung in einem anerkannten Kurort sind Voraussetzung für die kassenrechtliche Zulassung zur Abrechnung von Badearztscheinen der gesetzlichen, sozialen Krankenversicherungen.

Badearztverträge

"Leitungs- und Vergütungsvereinbarungen zwischen den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter Mitwirkung des Bundesverbandes Deutscher Kur- und Badeärzte über die Rahmenbedingungen von ambulanten Kuren der Krankenkassen in anerkannten Heilbädern und Kurorten in Deutschland unter Einbeziehung von Qualitätskriterien." (Christoph Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005)

Balneotherapie

Unter den Begriff fallen therapeutische Anwendungsformen mit Bädern, speziell mit natürlichem Thermal-, Heilquellen-, Mineral- und Meerwasser. Aber auch Peloid-Behandlungen mit Moor, Schlamm, Schlick, Kreide, Fango u.ä. werden unter diesem Begriff zusammengefasst. Dabei erfolgen Behandlungen durch medizinische Bäder, Packungen, Trinkkuren und Inhalationen. Generell handelt es sich um eine Reiz-Reaktionstherapie zur Entspannung, zur Verbesserung der Durchblutung, zur Stimulierung des Immunsystems, zur Verbesserung der Thermoregulation, zur Entgiftung oder zur Hautbehandlung.

Begriffsbestimmungen für Kurorte

Die Begriffsbestimmungen für Kurorte beinhalten die Zusammenfassung der gültigen Qualitätsstandards für die Prädikatisierung von Kurorten, Erholungsorten und Heilbrunnen in Deutschland. Der Deutsche Heilbäderverband hat diese Bestimmungen unter Mitarbeit des Deutschen Tourismusverbandes formuliert und verabschiedet. Die Begriffsbestimmungen definieren aktuell die Grundlagen der medizinischen Kur, die Artbezeichnungen der Kurort, die natürlichen Heilmittel, die Analyse-Richtlinien, die wissenschaftlichen Gutachten usw. "Die Begriffsbestimmungen als Instrument innerverbandlicher Normen sind in der Bundesrepublik Deutschland mit ihrer föderalen Struktur Grundlage der Kurortgesetze der einzelnen Länder, die zuständig sind für die rechtliche Anerkennung und Prädikatisierung der Kurorte und Heilbäder." (Christoph Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband, 2005)

Bewegungstherapie

Die Bewegungstherapie ist der Oberbegriff für aktive therapeutische Anwendungen, bei denen Bewegungsformen wie Ausdauer- oder Koordinationstraining im Mittelpunkt stehen. Sie kann als Sporttherapie in Gruppen, aber auch als gezielte Einzel-Krankengymnastik stattfinden und wirkt therapeutisch auf Krankheiten der Stütz- und Bewegungsorgane, auf Risikofaktoren und Alterungsprozesse.

Bewegungsbad

Das Bewegungsbad gilt sowohl als Teil der Bewegungs- als auch der Hydrotherapie. Vorwiegend wird diese Form der Behandlung bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, aber auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die Behandlungsmethode bedient sich des hydrostatischen Drucks und der Auftriebskraft, die vor allem im Solewasser besonders verstärkt ist. Insgesamt führt die Behandlung zu einer Mobilisierung des Haltungs- und Bewegungsapparates sowie zur Beeinflussung der Wärmeregulation, zu einer Stimulierung des Herz-Kreislaufsystems und zu einer psycho-vegetativen Aktivierung.

Bobath-Therapie

Der Bobath-Therapie liegt das Bobath-Konzept zugrunde, nach welchem der Mensch als Ganzes in seiner Persönlichkeit betrachtet wird und nicht lediglich seine krankheitsbedingten Defizite im Mittelpunkt stehen. Hauptsächlich findet die Therapie bei zerebralen Bewegungsstörungen, sensomotorischen Störungen, Multipler Sklerose und bei Folgen von Schlaganfällen Anwendung, wobei unter anderem die größtmögliche Selbstständigkeit des Patienten im alltäglichen Leben angestrebt wird. Insgesamt ist das Bobath-Konzept als multidiszipliärer rehabilitativer Ansatz zu verstehen, der als Grundlage für die ergotherapeutische, logopädische und physiotherapeutische Praxis eingesetzt werden kann. Dieser ganzheitliche Ansatz entspricht dem Leitgedanken der Kurorte und Heilbäder.

Dampfbad

"Bad in Heißluft mit ihrem Feuchtigkeitsgehalt, als Vollbad unter dem Namen römisch-irisches Bad bekannt, gebräuchlich in Kombination mit Warmluftbädern in drei Räumen: 1. Raum mit Warmluft (40-50°C), 2. mit Heißluft (60-70°C), 3. mit Dampf (40-50°C). Teilbad als Kopfdampfbad mit Kräuterzusätzen zur Inhalation verbreitet." (Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005)

Diätassistentinnen / Diätassistenten

Diätassistentinnen / Diätassistenten erstellen und kontrollieren die Speisepläne von Großküchen, z. B. in Rehabiliationskliniken und Hotels. Außerdem führen sie Beratungen für Gäste, Patienten und Ärzte durch und veranstalten Schulungen.

Diätik 

Ernährungs- und Diätlehre, die in Bezug auf verschiedene Krankheitsformen und Risikofaktoren gezielt Ernährungsformen entwickelt, um den Gesundheitszustand zu verbessern bzw. zu erhalten.

DHV / DHBV

DHV / DHBV steht als Abkürzung für den Deutschen Heilbäderverband e. V. mit Sitz in Berlin.

Elektrotherapie

Bereits seit der Antike wird die Elektrotherapie - damals mit Zitterrochen - zur Anwendung gegen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt. Heute findet die Anwendung unter Verwendung verschiedener Spannungsstärken statt und zielt auf die Linderung von Muskelschmerzen ab. Je nach Grad der Erkrankung kommen nieder-, mittel-, hochfrequente oder galvanische Ströme zum Einsatz. Die zu behandelnden Stellen können einzelne Körperteile, aber auch den ganzen Körper betreffen. Angewendet wird die Elektrotherapie ausschließlich vom behandelnden Arzt sowie von ausgebildeten Physiotherapeuten. Typische Einsatzgebiete dieser Behandlungsform sind zum Beispiel Muskelverspannungen, Zerrungen, Lähmungen, Inkontinenz und Blasenschwäche sowie verschiedene Schmerzerkrankungen am gesamten Körper.

Entgiftung

Entfernung von Giftstoffen, die sich beispielsweise durch Drogenmissbrauch, Medikamentenüberdosierung oder aber auch im Gefolge von Krankheiten im Körper angereichert haben.

Entschlackung

Entschlackung findet sich als Behandlungsziel der Diättherapie beispielsweise in der Schroth-Kur, der Buchinger-Kur oder der Mayr-Kur wieder. Sie stammt aus der Naturheilkunde und steht für die Reinigung des Körpers von Produkten des Stoffwechsels. Dazu werden Formen des Heil-Fastens und der Ernährungstherapie in Verbindung mit Aktivität und Wärmezufuhr angewendet.

Ernährungsberatung

Bei einer Ernährungsberatung steht das richtige Essverhalten und dessen langfristige Integration und Umsetzung in den Alltag im Fokus. Diese Dienstleistung in unserem Gesundheitssystem wird durch anerkannte DiätassistentInnen, OecotrophologInnen sowie ErnährungsmedizinerInnen durchgeführt. Um das individuelle Ernährungsproblem aufzudecken und damit einhergehende Krankheiten zu verhindern, wird im Rahmen der Beratung eine Ernährungsanalyse durchgeführt, die Körperbedürfnisse aufgedeckt und eine Ernährungsumstellung angestrebt. Zunehmend spielt die Emotionalität eine entscheidende Rolle im Hinblick auf eine angestrebte langfristige Bewusstseinsveränderung mit einer Optimierung des Ernährungsverhaltens und einem entstehenden positiven Lebensgefühl. Einen positive Nebeneffekt der Umstellung bildet die körperliche Leistungssteigerung.

Ersatzkassen

Zu den Ersatzkassen zählen die gesetzlichen Krankenkassen, die ursprünglich für Angestellte und Arbeiter eingerichtet wurden, wie z. B. die Barmer Ersatzkasse, die DAK oder die Techniker Krankenkasse.

Fango

Fango stellt ein mineralisches, anorganisches Peloid dar, welches aus vulkanischen Sedimenten besteht und zur Wärmetherapie mit Mineralwasser versetzt wird. Einsatz findet Fango als Ganzkörper- oder als Teilpackung. In Deutschland wird anorganischer mineralischer Eifel- und Schwarzwaldfango zur Therapie genutzt. In Italien wird mineralischer Schlamm mit Thermalwasser, Algen und Mikrooragnismen als Naturfango angewendet, der einen langsamen "Reifungsprozess" in Fässern oder Becken durchlaufen muss. 

Felke-Kur

"Anwendung mit [kalten] Lehmpackungen, Lehmwickeln, [sowie] Massagen [und] Wasserbehandlungen [in Verbindung mit Licht-, Luft- und Sonnenbädern] und eine[m] Diätregime(s) mit viel Rohkost und Fasten nach dem Pfarrer und Naturheiler E.L.E. Felke." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005)

Ganzheitsmedizin

Die Ganzheitsmedizin ist ein Konzept und eine Methode im Bereich der Medizin, wobei Körper, Geist und Seele des Menschen in der Diagnostik und der Therapie berücksichtigt werden. Das Individuum mit seinen wechselseitigen Beziehungen zur sozialen, natürlichen und künstlichen Umwelt steht im Mittelpunkt. Der Mensch wird als komplexe psychophysische Regulationseinheit gesehen.

Ganzheitsberatung

Die Ganzheitsberatung ist ein wichtiger Bestandteil der primären, sekundären und tertiären Prävention. Die Beratung hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren, Gesundheitsrisiken und gesundheitsgerechten Lebensstilen steht im Vordergrund. Der Patient soll angeregt werden, selbst etwas für seine Gesundheit zu tun und Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen.

Gesundheitsbewusstsein

"Selbsteinschätzung des Menschen über den eigenen Gesundheitszustand und handlungsleitende Erkenntnis, dass das Gleichgewicht der Gesundheit durch Abwehr von Gesundheitsgefahren und Risiken und durch einen gesundheitsgerechten Lebensstil altersgerecht und aktiv im Wandel des Lebens eigenverantwortlich erhalten und gefördert werden muss." Christoph Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Gesundheitsförderung

Die Verbesserung des individuellen Gesundheitsniveaus steht im Fokus der Gesundheitsförderung - die Gesundheitsressourcen und -potennziale sollen gestärkt werden. Die Entwicklung hin zur Befähigung, selbst die Gesundheitsdeterminanten zu kontrollieren und die eigene Gesundheit zu stärken, wird angestrebt. Nicht die Krankheit und ihre Entstehung stehen im Mittelpunkt, sondern die Gesundheitsdeterminanten zur Gesundherhaltung. In der Gesundheitsförderung werden bessere Bedingungen für ein gesundes Leben geschaffen mit einer aktiven Beteiligung des Individuums zu einem nachhaltig selbstbestimmten Handeln. Durch das Training der Kräfte, der Fähigkieten und der Potenzen, aber auch durch Gesundheitsbildung und gesundheitsförderliche Milieu-Gestaltung wird das Ziel der Gesundheitsförderung erreicht.

Gesundheittourismus

"Reiseverkehr zu Urlaubszielen mit der Absicht, sich in einem Gesundheitsurlaub zu erholen und Angebote und Methoden der Gesundheitsförderung z.B. in einem Heilbad oder Kurort zu nutzen." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Gradierwerk

Gradierwerke zielten ursprünglich auf die Salzgewinnung ab. Es handelt sich dabei um ein Holzgerüst mit Bündeln von Schwarzdornreisig, über die ortsgebundene Sole geleitet wird und aufgrund des Salzgehaltes im Wasser eine erhöhte Verdunstung angeregt wird. Verunreinigungen der Sole werden durch die Filterwirkung der Dornen aufgefangen und die Qualität des Salzes erhöht. Heute findet man Gradierwerke vorwiegend in Sole-Kurorten, sie stehen häufig unter Denkmalschutz. Die herabrieselnde Sole führt in der unmittelbaren Umgebung des Gradierwerkes zur Anreicherung der Luft mit Salzpartikeln, was beispielsweise für Pollenallergiker oder Asthmatiker positive Auswirkungen hat. Häufig wird das Gradierwerk zur Freiluftinhalation genutzt, dabei ist die Wirkung in der Umgebungsluft der Gradierwerke der der Brandungsaerosole der Meeresküsten vergleichbar.

Heilbad

"Höchste Stufe einer Prädikatisierung eines Kurortes durch die Länder der Bundesrepublik Deutschland auf Grund der Kurortgesetze, basierend auf den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes. Nach dem vorherrschenden ortgebundenen Kurmittel besteht die Aufgliederung in Mineral-, Thermal-, Moorbad und Seeheilbad und auch Kneippheilbad." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Heil- und Hilfsmittel-Verordnung

"Katalog in Deutschland von in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der kassenärztlichen Versorgung verordnungsfähigen Mitteln der physikalischen Medizin von Bädern und Packungen und anderen Kurmitteln und von Hilfsmitteln wie Brillen, Hörgeräten, Krankenfahrstühlen u.a. Der Katalog wird durch ein Gremium der gesetzlichen Krankenkassen und der bundesweit agierenden Kassenärztlichen Vereinigung als Interessenvertretung der niedergelassenen Ärzte der freien Praxen ständig fortgeschrieben, begrenzt oder auch ergänzt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und nach den finanziellen Möglichkeiten im Sozialversicherungssystem der Krankenversorgung." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Heilwasser

Mineralwasser mit einem Mindestgehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen von 1 g je l/kg, welches eine durch wissenschaftliche Gutachten nachgewiesene heilende, lindernde und vorbeugende Wirkung besitzt. Heilwasser gilt als Arzneimittel. Es findet als ortsgebundenes Heilmittel in Kurorten oder Kurbetrieben nur mit einer amtlich bestätigten Zulassung seine Anwendung zu therapeutischen Zwecken.

Hydrotherapie

Das Einsatzgebiet der Hydrotherapie - weitestgehend Thermotherapie - lässt sich vorwiegend auf die Behandlung von chronischen Beschwerden, zur Abhärtung sowie zur Prävention und Regeneration festlegen. Die Methode basiert auf der Wirkung des hydrostatischen Drucks, auf Temperaturreizen, der Auftriebskraft und dem Reibungswiderstand. Bereits Sebastian Kneipp erkannte die Wirkung des Wassers und kann als Vorreiter der modernen Hydrotherapie gesehen werden. Im Rahmen der Anwendungen werden üblicherweise Güsse, Bäder, Wickel, Packungen, Waschungen und Dampfanwendungen genutzt. Als wichtigste und namengebende Säule findet die Hydrotherapie vor allem in Kneipp-Heilbädern und Kneipp-Kurorten ihre Anwendung, wird darüber hinaus jedoch auch in vielen Mineral- und Moorheilbädern sowie in See(Heil-)bädern zur Therapieergänzung angewandt.

Inhalation

Einatmung von gasförmigen Wirkstoffen oder Aerosolen durch Mund und / oder Nase. Es handelt sich um natürlich vernebelte Mineralwässer (Solen) oder auch Meerwässer. Orte für Freiluft-Inhalationen sind beispielsweise der Strand nahe der Brandung oder auch die Gradierwerke in Soleheilbädern. Am häufigsten wird die Inhalation bei Atemwegserkrankungen (obere Atemwege) angewandt. In zahlreichen Kurorten an der Küste sowie den Soleheilbädern im Binnenland werden Solewässer mittels technischer Spezialverfahren (z.B. Ultraschallvernebelung) unter Zusatz von Stoffen wie z.B. Medikamenten oder ätherischen Ölen angewendet.

Klassische Massage

Die klassische Massage ist eines der ältesten Heilverfahren in der Medizin. In der heutigen Form hat sie ihren Ursprung in der römisch-griechischen Tradition. Über wiederkehrende rhythmische Druckausübungen wird das Weichteilgewebe mechanisch stimuliert, um eine bessere Durchblutung des Gewebes mit einer verbesserten muskulären Funktionalität, einer Inaktivierung von Muskelverhärtungen und einer Auflösung von Verklebungen zu erreichen. Einsatz findet die klassische Massage zudem bei frischen Narben, um eine starke Verhärtung zu vermeiden. Vorbereitend auf die Massage kann Wärme in Form von Moor- oder Fangopackungen aufgelegt werden. Die klassische Massage kann eine Schmerzlinderung, eine psychische Entspannung, eine Reduktion von Stress, eine Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe und eine Entspannung von Haut und Bindegewebe erzeugen. Im Wellnessbereich wird die klassische Massage wegen ihrer wohltuenden Wirkung vor allem zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems verwendet und als Ganzkörperbehandlung betrachtet.

Klimatherapie

Bei der Klimatherapie werden die Veränderungen der klimatischen Bedingungen genutzt, um eine Krankheit zu behandeln (siehe Akklimatisation). Wesentliche Voraussetzung ist eine schadstoffarme allergenarme Luft, wie sie in den deutsche Heilbädern und Kurorten zu finden ist. Die Therapie kann nachweislich eine Verbesserung der Immunabwehr, eine Normalisierung der Reaktionsfähigkeit des Organismus sowie eine Verringerung des Empfinglichkeit auf Umweltreize erzeugen. Zwei Arten der Behandlung sind zu unterscheiden: Reizklima und Schonklima. Beim Reizklima steht die Prävention und Abhärtung im Mittelpunkt, während das Schonklima auf akute Beschwerden abzielt. In Deutschland beschreiben das Mittelgebirgsklima, das Hochgebirgsklima und das Küstenklima die drei wichtigsten Klimabereiche, in denen sich auch die anerkannten Heilklimatischen Kurorte und See(heil)bäder finden.

 

 

 

 

 

Kneipp-Therapie

Bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es die Kneipp-Therapie, welche auf den Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp (1821-1897) zurückzuführen ist. Er erkannte die Heilkräfte von Wasseranwendungen sowie die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung und entwickelte ein ganzheitliches Naturheilverfahren. Die Therapie setzt sich aus fünf Säulen zusammen: Hydrotherapie, Bewegungstherapie, Phytotherapie, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie. Im Mittelpunkt des Heilverfahrens stehen die Anregung der Selbstheilungskräfte sowie die Wiederherstellung der Widerstandsfähigkeit und des inneren Gleichgewichts. Die Hydrotherapie bezieht sich auf Anwendungen wie kalte und warme Güsse, Wassertreten oder Packungen zur Stärkung der Abwehrkräfte und des vegetativen Nervensystems. Durch die Reize von wechselnden Temperaturen und Wasserwiderstand werden Kreislauf, Durchblutung und Sotffwechsel angeregt (Reiz-Reaktionstherapie). Die Bewegungstherapie umfasst Bewegungsformen wie Wandern, Terrainkuren, Sportgymnastik und auch Nordic Walking, meist im Anschluss an die Kältereize der Wasseranwendungen, um den Körper durch Bewegung wieder aufzuwärmen. Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert und der Stoffwechsel wird angeregt. Ein weiterer Effekt ist die Verbesserung des psychischen Wohlbefindens durch die Ausschüttung von Endorphinen. Eine ausgewogene Ernährung aus Vollkornerzeugnissen, Frischkost, Milchprodukten, Vitaminen, Mineralsalzen, Fermenten und Spurenelementen unterstützt die Therapie. Die Phytotherapie steht für die Nutzung von Heilpflanzen und Kräutern sowohl in Badezusätzen als auch als Tee oder Würzmischung. Eine Verstärkung der Wirkung von Wasser und Ernährung soll hervorgerufen werden. Als letztes beschreibt die Ordnungstherapie eine Anleitung zu einer natürlichen Lebensordnung, um Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht zu bringen. Wie generell in der Kurorttherapie ist auch bei Kneipp das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung von besonderer Bedeutung.

Kur

Den Ursprung des Begriffs Kur findet man im lateinischen Wort cura, welches Sorge, Fürsorge, aber auch Heilung und Krankenpflege bedeutet. Allerdings ist die Kur in Gefahr, aufgrund von Gesundheitsreformen im Sozialrecht immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Dabei umfasst sie ein vielfältiges medizinisch-therapeutisches Konzept zur Prävention und Rehabilitation, vor allem für die sogenannten Zivilisationskrankheiten, die sich immer weiter verbreiten. Im Mittelpunkt des Kursystems steht die Reiz-Reaktionstherapie zur Stärkung und Anregung der gesundheitlichen Ressourcen. Dabei wird auf die ortstypischen und ortsspezifischen Kurmittel, die Bewegungs- und die physikalische Therapie zurückgegriffen. Laut den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes beschreibt die Kur "eine komplexe, ärztlich geleitete Übungsbehandlung zur Vor- und Nachsorge", die "für geeignete chronische Krankheiten und Leiden eine kurative Behandlung im Rahmen eines notwendigen individuellen, lebenslangen Gesundheitsprogramms" darstellt. Wichtige Bestandteile einer Kur sind Milieu-, Orts- und Klimawechsel. Außerdem sollte sie mindestens drei Wochen dauern. Die Kur ist eine sinnvolle und anerkannte Ergänzung zur ambulanten ärztlichen Versorgung und zur Behandlung im Akutkrankenhaus.

Kurarzt

Siehe Badearzt

Kurarztverträge

"In Deutschland Verträge der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Verbandes Deutscher Badeärzte mit den verschiedenen Gruppen der gesetzlichen Krankenkassen über den Leistungsumfang, die Leistungsinhalte und deren Vergütung in den verschiedenen Formen von ambulanten Kuren, soweit sie sich auf ärztliche Kurleistungen der niedergelassenen Kur- oder Badeärzte beziehen." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Kurantrag

Um eine von der Krankenkasse finanzierte Kur durchführen zu können, muss der Patient mit seinem Hausarzt einen Kurantrag ausfüllen und bei seiner Versicherung einreichen. Der Antrag selbst muss die medizinische Begründung mit Indikation über die Notwendigkeit einer Kur beinhalten

 

Lymphdrainage

Unter der Lymphdrainage versteht man die manuelle Therapie, die mit kreisenden und abstreichenden Bewegungen zur Entstauung der Lymphflüssigkeit beiträgt. Sie stellt eine gesunde, natürliche und wirksame Methode zur Erneuerung der Lymphe, zur Aktivierung der Zirkulation und zur Stimulierung der Zellvitalität dar. Durch Verstopfung der Lymphgefäße kommt es zu einerm gestörten Lymphabfluss und zur Ansammlung von Flüssigkeit. Die Lymphdrainage regt den Lymphabfluss an und führt die im Gewebe angestaute Flüssigkeit in die Blutbahn zurück, damit sie dann über die Nieren ausgeschieden werden kann.

Mayr-Kur

Bei der Mayr-Kur handelt es sich um eine intensive diätetische Behandlung mit dem Fokus auf Entschlackung und Entgiftung des Körpers durch Nahrungsentzug, um eine Verjüngung des Gewebes und eine Zellregeneration voranzubringen. Zurückzuführen ist die Kur auf den österreichischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875-1965). Dem Prozess einer vorzeitigen Alterung des Körpers durch bestimmte Essgewohnheiten wird durch die Ruhestellung des Darms entgegen gewirkt. Folglich regeneriert sich das Blut mit positiven Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Besonders im Bereich der Zivilisationskrankheiten findet die Mayr-Kur ihre Anwendung. Vier Säulen kennzeichnen die Mayr-Therapie: Schonung, Säuberung und Schulung des Verdauungstraktes sowie die Substitution der notwendigen Vitalstoffe. Zentrale Inhalte sind beispielsweise das Trinken von Bittersalzlösungen zur Säuberung oder die ärztliche manuelle Bauchbehandlung zur besseren Durchblutung des Bauchgewebes. Über mögliche Indikationen, bei denen die Mayr-Kur erfolgreich angewendet wird, gibt es bisher noch keine ausreichenden medizinischen Erkenntnisse.

Milieuwechsel

Ein Milieuwechsel fördert die Minimierung negativer Einflüsse und die Optimierung positiver Einflüsse. Von einem Milieuwechsel spricht man bei einem Wechsel aus der alltäglichen Umwelt ins Kurortmilieu. Die Kur zielt insgesamt auf die Wiederherstellung des individuellen, gesundheitlichen Gleichgewichts ab. Dieses Ziel wird im Kurort durch ärztlich betreute aktive und passive Kur- und Sport-Therapieangebote in Form der typischen Reiz-Reaktionstherapie begünstigt.

Moorbad

Moor (Badetorf) gilt als idealer Wärmeträger und ist reich an Nährstoffen und Huminsäuren. In Verbindung mit wohltuender Wärme entfaltet es seine heilende Wirkung. Durch den hohen Wärmeeinstrom in schlecht durchblutete Körperstellen wird eine stärkere Durchblutung der tiefer liegenden Muskelgruppen bewirkt. So werden Muskeln und Gelenke entspannt. Dies trägt unter anderem zur Schmerzlinderung bei. Außerdem bindet das Moor Schadstoffe und normalisiert den Stoffwechsel. Neben der thermischen Wirkung wirkt in Moorbädern, ebenso wie in Mineralbädern, der hydrostatische Druck. Auftrieb und Druckwirkung sind sogar verstärkt. Eine weitere Eigenschaft ist die Viskosität des Moorbreies, die die Ruhigstellung des Körpers unterstützt, da durch sie ein Widerstand bei Bewegung entsteht. Besonders Indikationsbereiche der degenerativen und entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, der Wirbelsäulenerkrankungen sowie der Frauenkrankheiten werden mit dem Heilmittel Moor erfolgreich behandelt. Ein Moorbad wird entweder als Vollbad oder als Teilbad in einer dickflüssigen Mischung aus Badetorf und Wasser als Moorbreibad angeboten, wobei mittels des 39 bis 41 Grad warmen Bades thermische Reize erzeugt werden und die Durchblutung massiv angeregt wird. Weitere Anwendungsformen neben dem Moorbad sind: Moorpackungen, Moorkneten, Moortreten und Moortrinkkuren.

Naturheilverfahren (klassisch)

Die klassischen Naturheilverfahren sind wissenschaftlich begründete Erkenntnisse und Erfahrungen der Naturheilkunde, beispielsweise die Balneotherapie oder die Hydrotherapie. Durch die Verwendung des Wortes "klassisch" wird eine Abgrenzung zur Alternativmedizin geschaffen, welche nicht wissenschaftlich begründet ist.

Ortsgebundenes Kurmittel

"Sind Kurmitel des Bodens (geogene Heilmittel), des Klimas und der Landschaft: Mineral-Thermalquellen, Peloide, Meerwasser, Meeresklima, Mittel- und Hochgebirgsklima usw." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Packung

"Ganz-, Dreiviertel-, Teil-Auflage mit Peloiden in verschiedenen Formen, auch als Wickel und Kompressen mit feuchten und warmen Tüchern, Quark, Kartoffeln u.a. mit einer abgedeckten Folie oder Tuch umhüllt." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Peloide

Unter Peloiden (gr. peloidos: schlammartig, eides: ähnlich) versteht man breiartige, mit Wasser versetzte Substanzen wie Schlamm, Lehm, Heilerde, Löss, Schlick, Fango, Torf, Kreide und Sand. Es gibt sowohl organische als auch anorganische Peloide. Die Wirksamkeit der Peloide beruht auf ihren besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften mit einer langen Wärmespeicherung und deren Weiterleitung bei gleichbleibender Temperatur, wobei die Wärmespeicherkapazität vom Wassergehalt der Anwendung abhängt. In Kombination mit Wasser und Wärme werden Peloide als Voll- und Teilbad oder als Packung angeboten. Die Wirkung der Peloid-Therapie beruht auf den entzündungshemmenden, schmerzlindernden und antiviralen Inhaltsstoffen der Peloide, die teilweise auch über die Haut aufgenommen werden und mit dem Blut an den Wirkungsort gelangen. Wichtige Indikationsbereiche sind beispielsweise Verletzungsfolgen nach Unfällen, rheumatische Erkrankungen, Frauenkrankheiten oder Nervenentzündungen, aber auch Burn-Out.

Prädikatisierung von Kurorten

Die Kurorte in Deutschland sind zur staatlichen Anerkennung über die Verwaltungen der Länder verpflichtet. Die Voraussetzungen zur Anerkennung werden in den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes definiert. Diese wurden ebenfalls in die Kurortgesetze auf Landesebene übernommen. Bei der Anerkennung handelt es sich um den Erhalt eines Prädikats: Heilbad, Seeheilbad / Seebad, Kneipp-Heilbad / Kneipp-Kurort, heilklimatischer Kurort u.a. Das Prädikat bescheinigt einen Qualitätsstandard, welcher die Durchführung von Kuren über die gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht.

Prävention

Maßnahmen zur Verhinderung oder Verzögerung von Beeinträchtigungen der Gesundheit (Krankheiten und Verletzungen). Auch die Sicherung von humanökologisch gesunden Lebens- und Arbeitsbedingungen zählt dazu. Es gibt drei verschiedene Formen der Prävention: primär, sekundär und tertiär. Primärprävention steht für die gesundheitliche Aufklärung und setzt vor dem Auftreten von Risikofaktoren und Krankheiten an. Die Schutzfaktoren werden beispielsweise durch eine gesunde Ernährung oder Sport aktiviert. Sekundärprävention umfasst die Früherkennung von Erkrankungen in Risikogruppen durch Vorsorgeuntersuchungen. Risikofaktoren werden aufgedeckt und gesundheitsfördernd ausgeschaltet. Tertiärprävention steht für die Verhinderung einer Verschlimmerung und die Vermeidung von Rückschlägen von bereits bestehenden Erkrankungen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation. Auch geht es um den Ausgleich von Krankheitsfolgen.

Primärkassen

"Ursprünglich gesetzliche Krankenkassen der Arbeiter in Deutschland, in die die arbeitende Bevölkerung primär eingegliedert war. Zu diesen gehören die AOK (...), BKK (...), IKK (...) und andere berufsspezifische Krankenkassen z.B. der Landwirte, Seeleute u.a." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Radon

Radon ist ein Zerfallprodukt von Radium, welches eine sogenannte Alpha-Strahlung abgibt und sehr kurzlebig ist. Der Körper nimmt Radon sowohl über die Haut als auch über die Atemluft auf, es gelangt über den Blutkreislauf in alle Körperteile. Hauptindikationsbereiche sind rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Polyarthritis und Lähmungen, da sich Radon bevorzugt in Nerven und Drüsen sowie schlecht durchbluteten Körperstellen wie den Gelenkbändern absetzt und dort einen Reparaturmechanismus auslöst. Angewendet wird Radon in Form von Bädern und Luftbädern oder als Heilstollen-, bzw. Speläotherapie (siehe Speläotherapie).

Rehabilitation (medizinische, berufliche)

"Medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen, um den funktionellen, körperlichen und psychosozialen Folgen von Krankheiten und Behinderungen zu begegnen bzw. sie auf ein unumgängliches Minimum zu reduzieren und Rückfälle durch Vorbeugen / [Tertiärprävention] zu verhindern." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Reizklima

Regionen mit starken klimabedingten Reizfaktoren sind in Niedersachsen die Nordseeküste und die ostfriesischen Inseln.

Risikofaktoren

"Vorstadien von Krankheiten bzw. objektivierbare Abweichungen von Funktionsgrößen und Normwerten im Sinne von Krankheitsgefährdungen noch ohne erlebte Krankheitssymptome (wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Hypercholesterinämie, prädiabetische Stoffwechsellage usw.). Gegensatz: Protektive Faktoren / Schutzfaktoren." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005

Schlick

Schlick gehört zur Gruppe der Peloide. Es wird zwischen marinen Schlicken (Salzwasserschlick) und Flussschlicken (Süßwasserschlick) unterschieden. Beide beinhalten sowohl anorganische Stoffe (Mineralien), organische Stoffe (Tier- und Pflanzenteilchen), als auch Spurenelemente und Vitamine. Die Hauptanwendungsbereiche sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, Frauenleiden und bestimmte Hautkrankheiten. Die häufigsten Anwendungsformen sind Schlickbäder und Schlickpackungen.

Schonklima

Das Schonklima weist im Gegensatz zum Reizklima (Nordsee, Hochgebirge) keine besonderen Reizfaktoren auf. Es herrscht ein mildes, ausgeglichenes Klima mit einer hohen Luftreinheit. In Mitteleuropa gelten das Mittelgebirgsklima und das ausgeglichene Landklima ohne schnelle Wetterwechsel als Schonklimazonen.

Schrothkur

Die Schrothkur stellt ein traditionelles Naturheilverfahren nach Johann Schroth dar. Sie zielt auf die Entsäuerug und Entgiftung des Körpers ab und besteht aus vier Säulen: der Schroth'schen Diät, der Schroth'schen Packung, der Schroth'schen Trinkverordnung sowie Ruhe und Bewegung. Für einen begrenzten Zeitraum besteht die Ernährung aus möglichst reizarmer, kalorienarmer und basischer Kost. Die Schroth'schen Packungen (kalte Wickel) sollen den Stoffwechsel anregen und die Trinkverordnung den Selbstheilungsprozess weiter vorantreiben. Ruhe und Bewegung sorgen für die notwendige Regeneration, seelische Entspannung sowie Anregung des Stoffwechselprozesses. Eine Gewichtsreduktion ist als positiver Nebeneffekt der Kur zu benennen, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislaufstörungen sowie rheumatischen Erkrankungen.

Selbstbeteiligung

Bezieht sich auf den Teil der Kurkosten, der als Eigenanteil vom Kurpatienten selbst bezahlt werden muss. Dieser Anteil ist in der Sozialversicherung gesetzlich geregelt. Bei ambulanten Vorsorgeleistungen liegt die Selbstbeteiligung bei 10 Euro pro Verordnung und 10 Prozent der Heilmittel. Bei einer ambulanten Rehabilitation dagegen müssen sich die Patienten mit 10 Euro pro Tag selbst beteiligen. Die Selbstbeteiligung des Patienten einer stationären Vorsorgekur beträgt 10 Euro pro Tag, gleiches gilt für die stationäre Rehabilitation.

Sole

"Konventionelle Bezeichnung für NaCl-Wasser mit einem Mindestgehalt von 5,5 g Natrium- und 8,5 g Chloridionen pro Liter/kg Wasser, entspricht einer NaCl-Konezntration von 1,5%."

Speläotherapie

Die Basis der Speläotherapie ist die Behandlung in Höhlen und Bergwerken. Sie stellt eine besondere Form der Klimatherapie dar. Die wissenschaftlich erwiesene Reinheit der Luft in Höhlen und Bergwerken wird sich vor allem bei Atemwegserkrankungen zu Nutze gemacht. Durch Geröll und Felswände entsteht eine natürliche Luft-Filterfunktion. Nach regelmäßigen Aufenthalten in diesen Stollen bessern sich z.B. obstruktive Atemwegserkrankungen nachhaltig für längere Zeit. Schwerpunktmäßig werden folgende Erkrankungen behandelt: Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Die Bedingungen in Heilstollen mit der staub- und pollenfreien Luft, der hohen Luftfeuchtigkeit (bis zu 100 Prozent) und den niedrigen Temperaturen begünstigen die therapeutischen Effekte. Folgende Wirkungen werden durch die Anwendung erzielt: Entzündungshemmung, Schleim- und Krampflösung sowie eine antiallergische Wirkung.

Terrainkur

Die Terrainkur ist eine Kombination aus ärztlich verordnetem, individuell dosiertem Gehen und der Nutzung der günstigen Einflüsse des Klimas. Die Hauptelemente der Kur stellen die Steigerung der Ausdauerleistung und die Stärkung des Organismus dar. Dazu befinden sich verschiedene Terrainkurwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden in den Kurorten und Heilbädern, wobei vor allem ansteigende Wege genutzt werden. Anwendung findet die Terrainkur beispielsweise bei Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen. Insgesamt führt das körperliche Training zur Auslösung von Anpassungsprozessen des Organismus mit der Folge der Erhaltung und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Weitere positive Effekte sind die Steigerung der Stresstoleranz und des Selbstbewusstseins, wodurch eine zusätzliche Steigerung des psychischen Wohlbefindens angeregt wird. Demzufolge wird die Terrainkur nicht nur zur Behandlung von Erkrankungen sondern auch zur Prävention und Gesundheitsförderung eingesetzt. Die Kurorte, in denen die Terrainkur genutzt wird, befinden sich sowohl im Hoch- und Mittelgebirge als auch an der Küste und auf Inseln. In allen anerkannten Heilbädern und Kurorten sind Terrainkurwege obligatorisch.

Thermalbad

Das Baden in Thermalwasser impliziert ein Bad in über 20 Grad warmem Quellwasser. Schon in der Antike wusste man um die wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung und machte sich diese zu Nutze. Als Thermalwasser kann Wasser bezeichnet werden, das an seinem Quellen-Austritt eine Temperatur von mehr als 20 Grad aufweist. Gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparates entfaltet ein Thermalbad seine Wirkung. Der Auftrieb des Wassers lässt Bewegungen leichter und gelenkschonender ausführen. Daneben kann es zur Lösung von Verspannungen und zu Entzündungshemmungen kommen, was die positive Wirkung bei rheumatischen Erkrankungen erklärt. Weitere mögliche Indikationsfelder: Atemwegserkrankungen oder Hautkrankheiten.

Thalasso

Thalasso bzw. die Thalasso-Therapie stammt aus dem Griechischen (thalassa: Meer) und nutzt das hohe Potenzial an Aminosäuren, Spurenelementen, Mineralstoffen, Proteinen und Vitaminen des Meerwassers, des Meersalzes, der Meeresalgen und des Meeresschlamms. Der Ursprung der Nutzung der Heilkräfte des Meeres liegt schon Jahrtausende zurück. Orginal Thalasso-Therapien können nur direkt am Meer stattfinden, da sich dort die Wirkung des Meeres entfalten kan. Für die Therapie müssen ein gesundes Meeresklima sowie frisch geschöpftes Meereswasser und Algen zur Verfügung stehen. Die Produkte des Meeres finden sowohl von innen als auch von außen ihre Anwendung und führen zu einem gesunden, gestärkten Immunsystem, welches sich letztendlich positiv auf die Haut und das Aussehen auswirkt. Klassisch finden die Anwendungen eine Woche statt, aber auch Einzelanwendungen oder Kurzprogramme erzeugen bereits Effekte. Insgesamt führt die Thalasso-Therapie zur Erhöhung der Stoffwechselaktivitäten, zur Steigerung der körperlichen Abwehrkräfte und zur Förderung der Durchblutung. Eine Leistungssteigerung und eine Straffung der Haut werden erzeugt. Die Thalasso-Therapie ist die gleichzeitige Anwendung aller Elemente des Meeresmilieus unter ärztlicher Aufsicht mit dem Ziel der Vorbeugung und Therapie. Dabei begünstigen und unterstützen das Klima, die Algen, der Schlamm und der Sand die Wirkung des Meerwassers. Während der Therapie kommt es zu Anwendungen mit / im Meerwasser (z.B. Bäder oder Duschen), zu Packungen, zu Anwendungen mit Aerosolen, zu Anwendungen in der aerosolen Brandungszone (z.B. Klimawanderungen) und zu begleitenden Maßnahmen wie Trockenmassagen. Zu Beginn jeder Thalasso-Therapie wird eine ärztliche Untersuchung vorgenommen, um den individuellen Behandlungsplan aufstellen zu können. Das Einsatzgebiet der Therapie ist breit gefächert: zum Stressabbau, zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung, bei Rheuma, bei Rückenproblemen, bei allgemeinen Erschöpfungszuständen, bei Schlafproblemen oder auch zur Entschlackung und Gewichtsabnahme.

Trinkkur

Die Trinkkur ist eine seit Jahrtausenden bekannte Heilmethode, bei welcher unter ärztlicher Aufsicht Heilwasser in bestimmten Mengen, Zeitabständen und über einen festgelegten Zeitraum hinweg aufgenommen wird. Bedingung ist die natürliche Reinheit und die Frische des Wassers, als auch die ausschließliche Nutzung von hypo-, iso- oder schwach hypertonen Natrium-Chlorid-Wässern, da es sonst zu einer Überreizung der Schleimhaut kommen kann. Eine Trinkkur führt zur Hydratation und Zuführung von Mineralien zur nachhaltigen Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen. Mögliche Indikationsfelder sind beispielsweise Magen-Darm-Leiden, Störungen der Bauchspeicheldrüse, aber auch Diabetes oder psychische Belastungen. Verschiedene physiologische Faktoren sind zu beachten, weshalb die Trinkkur und ihre Anwendungsbereiche stets individuell kurärztlich verordnet, kontrolliert und angepasst werden müssen. Die Stärke der Reizwirkung des Wassers wird durch die Trinkmenge, die Trinkgeschwindigkeit und die Kälte des Heilwassers bedingt. Neben den rein medizinisch-therapeutischen Aspekten kann die Trinkkur zu richtigem und ausreichendem Trinken Anleitung bieten.

Zivilisationskrankheiten

"Chronische Krankheiten, die durch das Leben bestimmende allgemeine Faktoren der Zivilisation begünstigt oder ausgelöst werden; wie Krankheiten durch Bewegungsmangel, Übergewicht, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Haltungsschäden usw." Christopher Kirschner, Glossar, Europäischer Heilbäderverband e. V., 2005