Heilbäder halten Krise stand

12.03.2009
Fünf Prozent mehr Übernachtungen im Kurbetrieb im vergangenen Jahr.
Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise blicken die Kurorte und Heilbäder Niedersachsens relativ optimistisch in die Zukunft. "Das Jahr 2008 war ein gutes Jahr für uns - es gab bei den Übernachtungen einen Zuwachs von fünf Prozent", sagt der Präsident des in Bad Zwischenahn ansässigen niedersächsischen Heilbäderverbandes, Heinz-Hermann Blome.

Aushängeschild ist zweifellos Bad Zwischenahn. Nicht nur, dass die Ammerland-Kurklinik nach Angaben von Kurdirektor Peter Schulze sowohl in der Orthopädie als auch in ihrer onkologischen Abteilung "sehr stabil aufgestellt" und voll ausgelastet ist - in einer Kurorte-Rangliste von 2008 steht Bad Zwischenahn auf Platz eins und bundesweit auf Platz 2. "Von Gästen werden wir gern als letzte Service-Oase bezeichnet", sagt Schulze nicht ohne Stolz.

Die gute Entwicklung der Heilbäder werde hauptsächlich von "Premium-Gästen" im Reha-Bereich getragen, die privat für ihren Kuraufenthalt aufkommen, sagt Blome, der Kurdirektor in Bad Pyrmont ist. "Bei industrienahen Angeboten wie Seminar- und Tagungsräumen haben wir zwar einen Rückgang um 20 Prozent", erklärt er, "die meisten Reha-Kliniken laufen jedoch an der Kapazitätsgrenze und gleichen die Verluste aus."

Auch die 2005 in Kraft getretene niedersächsische Kurortverordnung sieht Blome positiv. Die Landesregierung will nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit der Verordnung eine Qualitätsverbesserung bei den Kurorten erreichen, indem eine Expertengruppe des niedersächsischen Heilbäderverbandes die Orte bewertet.

Er könne die Kritik des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes an der Prüfung der Orte nicht nachvollziehen, sagt Blome. "Das ist ein ganz normales Prozedere", erklärt er, "auch vor der neuen Verordnung wurden die Kurorte in Zehn-Jahres-Abständen überprüft, bevor ihnen erneut das Prädikat "Kurort" verliehen wurde."

Die Angst vor einem Verlust des Prädikats kann Blome jedoch nachvollziehen. "Der Kurort-Status ist die Lebensgrundlage für uns. Jemand, der die Nordsee oder den Watzmann vor der Tür hat, kann vielleicht darauf verzichten", meint der Kurdirektor, "wir im Inland müssen jedoch versuchen, unsere Attraktivität zu steigern, und da ist der Kurort als Marke sehr wichtig."

Quelle: Nord-West-Zeitung vom 10.03.2009

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