Heilbäderverband Niedersachsen schließt sich Aktion "Pro 7%" an

01.07.2009
Der Heilbäderverband Niedersachsen unterstützt die Aktion "Pro 7%" des DEHOGA Bundesverbandes. Wie auch der Deutsche Heilbäderverband fordert er die Absenkung der Umsatzsteuer für Leistungen der Gastronomie und Hotellerie auf sieben Prozent.
Kristina Kröger führt die "Villa Kröger", ein hoch angesehenes Hotel in Esens-Bensersiel. Die Vorsitzende des DEHOGA-Kreisverbandes Wittmund bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Aber beim Thema Umsatzsteuer gibt sie keine Ruhe. "Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass wir in Deutschland im Unterschied zu anderen Ländern innerhalb der Europäischen Union weiterhin mit einem Satz von 19 Prozent kalkulieren müssen", klagt sie. Nach einer Entscheidung des Rates der EU-Finanzminister vom 10. März 2009 und der EU-Richtlinie vom 5. Mai dieses Jahres kann jeder Mitgliedstaat selbst darüber entscheiden, den Umsatzsteuersatz für Leistungen der Gastronomie zu ermäßigen.

Etliche Länder machen davon bereits Gebrauch. 20 von 27 EU-Mitgliedsländern haben für die Hotellerie die Umsatzsteuer gesenkt. Besonders hart trifft es deshalb die Betriebe in den grenznahen Kurorten und Heilbädern. Bis auf Dänemark haben sich alle Anrainerstaaten Deutschlands zu einer Reduzierung des Umsatzsteuersatzes entschlossen - bei den Beherbergungsleistungen auf drei bis zehn Prozent. "Gerade in einer Zeit, in der jeder Gast genau rechnen muss, kann es nicht angehen, dass wir bei 19 Prozent stehen bleiben", sagt Kristina Kröger, "das ist ein gravierender Wettbewerbsnachteil". Gefordert wird nicht mehr als Chancengleichheit. Übrigens auch mit der industriellen Lebensmittelproduktion, die anders als das frisch zubereitete Essen in Restaurants mit sieben Prozent veranschlagt wird.

Das Ganze ist ein simples Rechenexempel: Familien, die etwa für ihren Urlaub an der Nordseeküste rund 2000 Euro investieren wollen, bekommen die gleiche Leistung in den benachbarten Niederlanden bereits für 1780 Euro - inklusive sechs Prozent Umsatzsteuer. Für Kristina Kröger ist deshalb klar: "Die Bundesregierung soll schnellstmöglich den ermäßigten Umsatzsteuersatz einführen, um damit das Hotel- und Gaststättengewerbe in der aktuellen Wirtschaftskrise zu unterstützen."

"Gastronomen wie Kristina Kröger sichern mit ihrem Engagement die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Regionen", unterstreicht Heinz-Hermann Blome, Vorsitzender des Heilbäderverbandes Niedersachsen. "Wir unterstützen ihr Bemühen, zu einer gerechteren Lösung zu kommen, voll und ganz." Tatsächlich sind etwa die an der Küste, im Emsland oder im Harz gelegenen Mitgliedsorte des Heilbäderverbandes Niedersachsen unmittelbar vom Tourismus abhängig. "Und wir wollen uns nicht ausruhen, sondern weiterhin zur Attraktivität beitragen", betont Kristina Kröger. "Wir wollen investieren, unsere Häuser modernisieren und Arbeitsplätze nicht nur sichern, sondern auch neue schaffen." Dafür aber müsse die Politik die Weichen stellen. Die Gäste, die Kröger auf das Thema angesprochen hat, teilen in der Mehrzahl ihre Sicht der Dinge. "Ich war sehr überrascht, wie gut sie informiert waren und wie klar sie Stellung bezogen haben." Die ausliegenden Unterschriftenlisten jedenfalls weisen jede Menge Unterstützung auf.

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